Abi-Feier 2020 der Friedrich-Hecker-Schule in Sinsheim

„Dieses Jahr ist vieles anders.“ Diesen Satz hört man in letzter Zeit fast überall sehr häufig. So erging es auch dem diesjährigen Abiturjahrgang der Friedrich-Hecker-Schule in Sinsheim vor dem Abitur, während des Abiturs und auch noch danach bei der Zeugnisvergabe.

Besondere Zeiten erfordern eben besondere Maßnahmen. Im Schatten der Coronakrise versammelten sich am 27.07.2020 die Abiturient*innen der Friedrich-Hecker-Schule daher nur für sehr kurze Zeit auf dem Schulhof des Beruflichen Schulzentrums Sinsheim, um ein Gruppenfoto zu machen, natürlich mit Mindestabstand. Eine offizielle Feier zum Abschluss ihrer Schullaufbahn im großen Rahmen mit Eltern, Verwandten und Freunden, wie es sonst üblich ist, konnte es dieses Jahr leider nicht geben. Dieses Jahr ist eben vieles anders. Dennoch sollten die Schüler*innen einen gebührenden Rahmen für den Abschluss ihrer Schullaufbahn bekommen. Die Zeugnisvergabe wurde dieses Jahr in die einzelnen Klassenräume verlegt, wo die Zeugnisse in Kleingruppen überreicht wurden. Dank der guten technischen Ausstattung in den Klassenzimmern war es möglich, die Abschiedsreden gleichzeitig in allen Klassenzimmern per Videoschalte zu verfolgen.

In seiner ersten Rede als Schulleiter der FHS  verwies Thomas Brunner auf das Abiturmotto „A-B-I – Mit ABSTAND die BESTEN“. Das „Zauberwort Abstand“ war somit wegweisend für seine Rede an die frischgebackenen Abiturient*innen. Der jetzige räumliche Abstand bedeute natürlich bei aller Notwendigkeit auch Verzicht: Abstand zu den Schüler*innen auf Fluren und im Klassenzimmer, aber auch Abstand durch Fernunterricht mittels Videokonferenz. Vor allem aber auch Abstand beim Feiern, sei es privat oder bei der dieser Rede per Videoschalte. Allerdings könne Abstand auch seine positiven Seiten haben: An den vergangenen Monaten könne man auch beobachten, wie wir durch Abstandhalten füreinander Verantwortung übernommen und eventuell auch ein wenig entschleunigt haben. So sei es im Rückblick sicherlich so, dass man mit zeitlichem Abstand die gegenwärtige Zeit mal anders betrachten werde und hoffentlich sagen werden könne: „Wir haben mit Abstand das Beste aus der Zeit gemacht.“

Als Überraschungsgast wurde die in Hoffenheim aufgewachsene Journalistin Golineh Atai zu einem Gespräch, das um den Themenkomplex „Verunsicherung“ kreiste, geladen. Dabei konnte sie den Abiturient*innen in dieser Zeit der Verunsicherung einige wertvolle Hinweise aus der eigenen Biographie und beruflichen Erfahrung mitgeben. In ihrem Schlussplädoyer rief sie die Schüler*innen dazu auf, sich nicht auf den Errungenschaften der demokratischen Gesellschaft auszuruhen, sondern diese durch soziales Handeln aktiv zu bereichern.

Im Anschluss daran folgten die Grußworte der Abteilungsleiterin des TG Doris Bechtold-Janson. Sie rief den Abiturient*innen in Erinnerung, dass sie bei all den Einschränkungen auch Glück gehabt hätten, das sie im Gegensatz zu ihren Nachfolgern die Studienfahrten nach Amsterdam und Florenz haben durchführen können. Das Abitur sei ein erster Schritt in die Welt, bei dem die FHS begleitet dazu beigetragen habe, die Selbständigkeit der Schüler*innen zu fördern. Bei einem Abiturschnitt von 2,6 mit insgesamt 7 Einserzeugnissen bei 56 Abiturient*innen könne dieser Jahrgang zurecht stolz auf sich sein. Dabei stachen die Leistungen von 2 Schüler*innen hervor, welche auch die nachfolgende alljährliche Preisvergabe prägten: Anouk Sommer und Nikolai Prjanikov erreichten beide den Schnitt von 1,0. Beide erhielten in ihrem Profilfach Informationstechnologie einen Gutschein als Preis für besondere Leistungen von der Hochwarth IT GmbH. Aufgrund der Corona-Pandemie war es dieses Jahr leider nicht möglich, die Preise durch Ehrengäste zu übergeben, wie es sonst üblich ist. Herr Hochwarth ließ es sich aber nicht nehmen per Video eine Botschaft an die Schüler*innen zu senden, deren Kern mit „Lasst euch nicht verunsichern“ wiedergegeben werden kann. Im Profilfach Mechatronik wurde der beste Mechatroniker, Simon Lapesch, von der Firma Multitorch aus Zuzenhausen ebenfalls mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Der Meisterkursverein ABS zeichnete Jonas Remmele im Fach Technik und Management aus. Den Preis für Wirtschaft, vergeben durch das Wirtschaftsforum Sinsheim, erhielt Anouk Sommer. Der Schülersozialpreis für Schüler*innen mit besonderem Engagement, vergeben durch die Sparkasse Sinsheim, ging an Maximilian Skrenkovic. Der Porsche-Preis für besondere Leistungen in den Fächern Mathe, Physik und Profilfach wurde an Anouk Sommer vergeben. Durch diesen Preis wird ihr unter anderem ermöglicht hinter die Kulissen bei Porsche zu schauen und ein Werk zu besichtigen.

Dieses Jahr war vieles anders. Was allerdings gleich geblieben ist, sind die strahlenden Gesichter der jetzt ehemaligen Schüler*innen, als sie ihre Abiturzeugnisse in den Händen halten durften.

Artikel vom: 31/07/2020